Eine höhere Wirksamkeit der SchulsozialarbeitSozialpädagogische Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, die jungen Menschen am Ort Schule zur Verfügung gestellt werden (§ 13a SGB VIII). wird nach dem Berufsbild auch durch die Anwendung von Methoden der Qualitätsentwicklung erreicht; Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter reflektieren ihre Arbeit zum Beispiel mit Techniken der Selbstevaluation (Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2007, S. 13).
Selbstevaluation
Unter Selbstevaluation wird in der Jugendhilfe eine freiwillige, durch die Fachkräfte selbst gesteuerte, zielgerichtete und datengestützte Dokumentation, Analyse und Bewertung des eigenen Handelns und der Ergebnisse anhand selbst festgelegter Kriterien verstanden (Speck 2022, S. 17). Die Qualitätsstandards in NRW zählen Transparenz und EvaluationBewertung von Arbeit und Ergebnissen; als Selbstevaluation durch die Fachkräfte selbst. der Arbeit zur festen Verankerung in der Schule (LAG Schulsozialarbeit NRW 2021, S. 27). Zu den Aufgaben der Fachkräfte im Landesdienst gehört die Mitwirkung bei der Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von Förderkonzepten (Nr. 1.4) (BASS 21-13 Nr. 6).
Was über Wirkungen bekannt ist
Speck fasst ein breites, unterschiedlich gut belegtes Spektrum an Wirkungen zusammen, darunter eine engere Kooperation von Jugendhilfe und SchuleZusammenarbeit zweier Systeme; Schulsozialarbeit gilt als ihre engste Form., eine frühere Erreichbarkeit hilfebedürftiger Kinder, Jugendlicher und Eltern, eine Verbesserung des Schulklimas und eine Reduzierung von Fehlzeiten und längeren Unterrichtsausschlüssen (Speck 2022, S. 15).
Olk und Speck hielten 2009 fest, dass der evidenzbasierte Erkenntnisstand über die Wirkungen trotz vieler Begleitforschungen äußerst bruchstückhaft und zum Teil defizitär war (Olk & Speck 2009, S. 911). Je nach Studie nutzten zwischen etwa einem Fünftel und drei Vierteln der Schülerinnen und Schüler die Schulsozialarbeit; die Zufriedenheit fiel insgesamt relativ positiv aus, am höchsten bei den Lehrkräften, deutlich niedriger bei den Eltern (ebd., S. 915).
Standards
Die Qualitätsstandards der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit NRW nennen Teamarbeit mit mindestens zwei Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern an einer Schule bei einem Schlüssel von 1:150 (LAG Schulsozialarbeit NRW 2021, S. 24).
Weiterführend: (Speck 2006; Hollenstein & Nieslony 2017); zum Begriff: (Beywl 2022).
Literatur
- Beschäftigung von Fachkräften für Schulsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen. Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 23. Januar 2008 (BASS 21-13 Nr. 6). Online verfügbar unter: https://bass.schule.nrw/8598.htm (Zugriff am 23.09.2026).
- Beywl, Wolfgang (2022): Evaluation. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (Hrsg.): Fachlexikon der Sozialen Arbeit. 9. Aufl. Baden-Baden: Nomos, S. 273.
- Hollenstein, Erich & Nieslony, Frank (Hrsg.) (2017): Handlungsfeld Schulsozialarbeit. Profession und Qualität. 2. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
- Kooperationsverbund Schulsozialarbeit (2007): Berufsbild und Anforderungsprofil der Schulsozialarbeit. Frankfurt am Main: Kooperationsverbund Schulsozialarbeit.
- LandesArbeitsGemeinschaft Schulsozialarbeit NRW e. V. (LAG Schulsozialarbeit NRW) (2021): Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit Nordrhein-Westfalen. Haltungen entwickeln. Methoden etablieren. Strukturen verändern. o. O.: LandesArbeitsGemeinschaft Schulsozialarbeit NRW e. V.
- Olk, Thomas & Speck, Karsten (2009): Was bewirkt Schulsozialarbeit? Theoretische Konzepte und empirische Befunde an der Schnittfläche zwischen formaler und non-formaler Bildung. In: Zeitschrift für Pädagogik 55 (6), S. 910–927. DOI: 10.25656/01:4283.
- Speck, Karsten (2022): Lösungen zu den Lernfragen „Schulsozialarbeit. Eine Einführung“. München: Ernst Reinhardt Verlag.
- Speck, Karsten (2006): Qualität und Evaluation in der Schulsozialarbeit. Konzepte, Rahmenbedingungen und Wirkungen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.